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Mehr netto vom brutto

Archiv, Politik

Laut einer aktuellen OECD-Studie fressen Sozialabgaben und Steuern einen Großteil des Einkommens in Österreich auf. Von 100 €, die der Arbeitgeber an Lohnkosten aufwenden muss, kommen nur 51,2 € netto beim Arbeitnehmer an. Eine echte Katastrophe! Darüber hinaus verschafft sich Vater Staat durch die kalte Progression, also den absichtlichen Verzicht auf die Inflationsanpassung der Grenzsteuersätze, jedes Jahr ein hübsches Körberlgeld – Geld, das den Konsumenten im Börserl und damit der Wirtschaft beim Konsum abgeht.

Für viele Unternehmer sind diese Bruttoarbeitskosten nicht mehr finanzierbar. Zusätzlich tritt immer häufiger die absurde Situation ein, dass Arbeitgeber am Ende des Monats mit weniger Geld nach Hause gehen (müssen) als ihre Mitarbeiter. Aber es geht hier nicht um Klassenkampf, sondern um den Einsatz von ein wenig mehr Hausverstand.

Für die kommende Nationalratswahl gibt es aus meiner Sicht daher nur eine logische Anforderung an alle wahlwerbenden Parteien: eine Vereinfachung des Steuersystems. Das bedeutet die Reduzierung bzw. Streichung von hunderten Ausnahmeregelungen, die nur für wenige Große da sind, eine massive Senkung der Grenzsteuersätze und vor allem eine  Anhebung der Tarifstufen. Es ist nicht einsehbar, dass man für jeden Euro über 11.000 Bruttojahresbezug 36,5 % Steuern abführen muss. Und der Höchststeuersatz sollte überhaupt erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 100.000 zum Tragen kommen. Setzen wir ein Zeichen für die Österreicherinnen und Österreicher und schlagen der kalten Progression ein Schnippchen. Denn es geht jetzt nicht um neue Steuern und Abgaben, sondern um eine Entlastung für uns alle!