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Schlimmer geht‘s immer

Archiv, Politik, Wirtschaft

„Konsolidierungsmaßnahmen der Länder“ – so der taufrische Bericht des Rechnungshofes über die Finanzschulden von Kärnten, Niederösterreich und Tirol. Die dort abgebildeten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: „Das vereinheitlichte Jahresergebnis verschlechterte sich von 2005 bis 2010 in Kärnten um 187,2 % (NÖ 115,8%, Tirol 118,4%)“. In nur fünf Jahren haben sich die Schulden Kärntens beinahe verdoppelt, dabei erhöhten sich die Finanzschulden je Kärntner von 1.216 auf 2.548 Euro (NÖ 2.458 und Tirol 331 Euro). Wer es noch etwas höher mag geht zu den Haftungen – je Kärntner 40.444 Euro (NÖ 7.400 und Tirol 11.300).

Wer glaubt, das beträfe ihn nicht, dem möchte ich eine Zahl aus dem Bericht des Landesrechnungshofes näherbringen. Wenn man die Verbindlichkeiten der diversen Rechtsträger (KWF, KABEG….) hinzurechnet, dann kommt auf jeden Kärntner, vom Baby bis zum Pflegefall, eine Finanzschuld von 4.225 Euro.

Aber dafür haben wir im Jahr 2010 auch einen Finanzschuldendienst (Zinsen + Tilgungen)  des Landes von 123,95 Millionen Euro aufgewendet. Damit der Schuldenberg kleiner wird. Das sind 5,16% der durchschnittlichen Gesamtausgaben. Wow. Davon allerdings leider nur 1,45 Mio. an Tilgung (= 0,06 Prozent der Gesamtausgaben). Der Rest sind Zinsen – mehr als 1,6 Milliarden Schilling für jene, denen das noch etwas sagt.

Unter diesen Prämissen plädiere ich für zwei Sofortmaßnahmen: Erstens müssen wir dringend die Ausgaben durchforsten und den Politikern verbieten, dauernd über unsere Verhältnissen zu leben. Dem Wähler ist die Wahrheit zumutbar. Zweitens würde ich gerne wissen: Worauf ist die exorbitante Steigerung der Gesamtschulden zurückzuführen, wer hat davon profitiert? Weil irgendwo muss das Geld ja gelandet sein………..