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Drogentote: nicht Statistik, sondern tragische Schicksale

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Fotocredit: Pixabay.com

Man kann es so sehen: Die hohe Anzahl an Drogentoten im Jahr 2018 war ein statistischer Ausreißer in Kärnten. Es waren 27, im Jahr darauf starben 15 Kärntner am Konsum von Drogen. Ein statistischer Ausreißer, also? Einspruch! Es geht nicht um schiere Statistik. Es geht um Menschenleben, um Schicksale, um junge Leute, die ihr Leben an die Sucht verlieren – nicht immer mit abruptem tödlichem Ende.

Als Politik, ja, als Gesellschaft können und dürfen wir uns nicht damit zufrieden, dass die Anzahl an Todesopfer in der Kärntner Drogenszene sich einigermaßen im langjährigen Mittel einpendelt. Solange – auch viele junge – Menschen betroffen sind, ist der unterkühlte Verweis auf die Statistik nicht anderes als bloßer Zynismus. Es ist unser aller Pflicht, sich dem Problem zu stellen und alles zu unternehmen, den Dealern ihre Kunden wegzunehmen.

Das Ausmaß der Problematik ist eindrucksvoll zu veranschaulichen: In Teilen Kärntens ist die Zahl der Anzeigen von Drogendelikten um 80 Prozent gestiegen. Die Zahl an Kärntnern unter 21 Jahren, die erstmals in der Drogenszene auffällig wurden, hat sich von 2018 auf 2019 fast verdoppelt – wir dürfen nicht zulassen, dass Jugendliche ihre gesamte Zukunft im Drogensumpf ertränken. Deshalb haben wir Abgeordnete der Volkspartei mit Experten und Fachleuten ein Maßnahmen-Paket mit zwölf Punkten erarbeitet – von Prävention, über Therapie bis zu Schwerpunkte der Polizei.

Von der Wichtigkeit dieses Maßnahmen-Paket konnten wir die anderen Fraktionen im Landtag überzeugen; es wurde Im Dezember 2019 einstimmig beschlossen. Und: Kärnten hat im Kampf gegen die Drogensucht seither einiges erreicht: Polizisten verzeichneten große Erfolge mit dem Ausheben mehrerer Drogenbanden. Die Suchtkoordinationsstelle des Landes hat zwei Mitarbeiter mehr für intensivere Beratung und Prävention. Und: der Tätigkeitsbericht der Suchtkoordination gewährt Einblick in Geleistetes und macht Nachbesserungsbedarf deutlich.

Eines steht fest: Kärnten hat einen langen Weg vor sich, um der Suchtproblematik Herr zu werden – es ist nicht von gestern auf heute entstanden und wird auch nicht von heute auf morgen zu lösen sein. Entscheidend ist, dass wir junge Menschen verlässlich und lückenlos mit Präventionsmaßnahmen erreichen. Dafür sind 2019 – als Beispiel – 532 Lehrer nach dem Suchtmittelgesetz ausgebildet worden. Das ist eine der Voraussetzungen. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass die Lehrer mit ihrem Wissen auch tätig werden. Klar ist nämlich: 15 Elternabende, 59 Coachings für Lehrer und Schulärzte und 22 Workshops in Lehrbetrieben sind für ganz Kärnten für ein ganzes Jahr einfach nicht genug! Erst wenn jeder Kärntner Jugendliche mindestens einmal in seiner Schullaufbahn verlässlich mit fundierter Prävention konfrontiert wird, haben wir das Mindeste unserer Pflicht getan.

Meint Ihr

Markus Malle